Tag 3 in Kranenburg: für die Tonne

Ein rabenschwarzer Tag für die Sterkrader – es hagelte gleich drei schmerzhafte Niederlagen für unsere Mädchen. Schmerzhaft vor allem wegen der Art der Niederlagen, bei denen sich gerade unsere erfahrenen Topspielerinnen nicht mit Ruhm bekleckerten.

Auf dem Papier geht alles in Ordnung. Sowohl Annika in der U12w als auch Swantje in der U14w spielten gegen sehr starke Gegnerinnen. Etwas mehr Widerstand hätte man sich aber doch gewünscht. Bei beiden lief es schon in der Eröffnung nicht. Beide spielten mit Schwarz und reagierten im Grunde nicht angemessen auf die Züge ihrer Gegnerinnen.

Gute Laune
Gute Laune vor Rundenbeginn

Swantje ließ sich in ein unentwirrbares Knäuel von Fesselungen und kleinen Taktiken verstricken und versäumte die Gelegenheiten, diese durch Gegenspiel zu entkräften. Zur Krönung ermöglichte sie ihrer Gegnerin – übrigens die für Katernberg spielende Oberhausenerin Isabel Otterpohl – im 15. Zug ein deprimierendes Schachmatt. Schlimmer kann es kaum kommen.

Einige Tische weiter ließ sich auch Annika von ihrer Gegnerin glatt überspielen. Auch sie versäumte es, sich durch Gegenspiel zu befreien, ließ die gegnerischen Figuren nach Belieben gewähren und stolperte schließlich ebenfalls ins Matt.

Gina versuchte heute, besser auf ihre Figuren aufzupassen, ließ sich Zeit, wirkte durchaus konzentriert. Leider ließ sie zahlreiche Gelegenheiten aus, gegnerische Figuren zu schlagen, obwohl dies die effektivste Art ist, einen Angriff abzuwehren. Und so kam es, dass sie doch wieder in materiellen Nachteil geriet, der dann irgendwann – selbst wenn die Gegnerin nicht übermäßig stark spielt – zwangsläufig zum Partieverlust führt.

Als Trainer steht man an einem solchen Tag vor einem Scherbenhaufen und möchte am liebsten wieder ganz von vorne beginnen.

Wenigstens einen kleinen Lichtblick gab es noch. Joris, unser Herzbube in Kranenburg, verlor nicht. Allerdings gewann er auch nicht, sondern gab seine Partie – wie so oft – in vorteilhafter Stellung mit den schwarzen Steinen remis. Dabei hatte er zuvor einen furiosen Bauernangriff am Königsflügel gestartet, der zwar seinen eigenen König etwas entblößte, aber seinen Gegner in die Defensive zwang, die Eroberung eines Zentrumsbauern ermöglichte und wirklich vielversprechend aussah. Allerdings muss man zugeben, dass es für einen Menschen schwierig bis unmöglich war, in dieser komplexen Stellung die beste Fortsetzung zu finden. Insofern ist das Remis trotz des Vorteils durchaus gerechtfertigt.

Hoffen wir, dass die Mädchen ihre Niederlagen verkraften und in der nächsten Runde wieder ihre Krallen ausfahren – noch sind drei Spiele zu spielen.