Tag 4 in Kranenburg: Befreiungsschlag für Gina

Mit einer mutig geführten Angriffspartie errang Gina heute endlich ihren ersten Sieg und hat damit eigentlich schon ihr Turnierziel erfüllt. Allen fiel ein Stein vom Herzen, als Gina im 48. Zug ihre Gegnerin schachmatt setzte. Von Beginn an hatte sie mit den schwarzen Steinen Druck gemacht, mit einem Läuferopfer die gegnerische Rochadestellung aufgebrochen und damit die Jagd auf den König eingeleitet. Ein schöner Erfolg für Gina, der ihr nach diesem Turnier die erste DWZ einbringen wird.

Weniger schön lief es für Swantje. Nach der gestrigen Pleite gegen eine der Hauptfavoritinnen hatte sie sich zwar viel vorgenommen, konnte diesen Anspruch aber nicht einlösen. Durch Ungenauigkeiten in der Eröffnung brachte sie ihre Gegnerin ins Spiel, und die war stark genug, aus der Initiative einen Gewinn bringenden Vorteil zu machen. Mit dieser Niederlage rutscht Swantje vorerst auf den 10. Platz ab, aber es kommen ja noch zwei Spiele.

Nach ihrer gestrigen Niederlage wollte auch Annika Wiedergutmachung betreiben, aber gegen eine nette Zimmergenossin fällt das gar nicht so leicht. Tatsächlich verflachte die Stellung nach einigen Abtäuschen, und so ging das zwischen den beiden vereinbarte Remis zwar in Ordnung, doch sollte man grundsätzlich zunächst versuchen, mit dem noch vorhandenen Material seine Stellung zu verbessern – dafür steht den Kindern genügend Bedenkzeit zur Verfügung.

Das gilt gerade auch für Joris, der sein drittes Remis in Folge ablieferte. Damit fällt er genau in jenes Verhaltensmuster zurück, welches er in Kranenburg hätte überwinden sollen. Aus einer diffusen Angst heraus, eine vorteilhafte Partie noch zu verlieren, gibt er sie vorzeitig Remis. Das schadet auf Dauer nicht nur seiner DWZ, sondern seinem Spiel. Hoffentlich kriegt er da mal die Kurve.