3. Platz und Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft

Nachdem unsere Mädchen sich in der Altersklasse U14w zunächst für die Landesmeisterschaft qualifizieren konnten, nahmen sie auch die nächste Hürde und schafften mit einem guten 3. Platz die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

Die NRW Jugendmannschaftsmeisterschaften 2018 der U12, U14 und U14w fanden in der Tagungsstätte Auf dem Ahorn im sauerländischen Nachrodt-Wiblingwerde statt – offensichtlich dermaßen abgelegen, dass eine tagesaktuelle Berichterstattung per Internet unmöglich war. Deshalb nun eine kurze Zusammenfassung.

Gegenüber dem Qualifikationsturnier hatten wir unser Mädchenteam auf zwei Positionen verändert. Während Annika Labuda und Swantje Minneken den Stamm an Brett 2 und 3 bildeten, konnten wir für Brett 1 Isabel Otterpohl (SF Katernberg) als Gastspielerin verpflichten. Zudem sprang an Brett 4 kurzfristig die noch unerfahrene Katherina Krüger ein.

Am Anreisetag stand gleich nach dem Mittagessen die 1. Runde auf dem Programm. Standesgemäß besiegten unsere Mädchen das Team der Schachakademie Paderborn mit 10:6. Isabel, Annika und Swantje punkteten an den ersten drei Brettern, wogegen Katharina ihrer Gegnerin den Vortritt lassen musste.

Isabel Otterpohl
Isabel Otterpohl, 10 Punkte an Brett 1

Der 2. Spieltag brachte dann einen kleinen Dämpfer. Gegen Essen-Werden kamen wir nicht über ein 8:8-Unentschieden hinaus. Die Niederlage von Katharina entsprach ihrem Leistungsvermögen. Annika und Swantje punkteten sicher. Das eigentliche Drama spielte sich am 1. Brett ab, wo Isabel gegen die knapp 600 DWZ-Punkte schwächer notierte Clara Kanno nicht nur keinen Gewinnweg fand, sondern schon früh in Rückstand geriet, Möglichkeiten zum Ausgleich verspielte und schließlich die Partie verlor – die Sensation des Turniers, leider mit ungünstigem Ausgang für uns.

Da für den Tag nur eine Runde angesetzt war, blieb genügend Zeit, um Abstand zu gewinnen. Ein Abstecher zur nahegelegenen Dechenhöhle konnte die Stimmung so weit wieder anheben, dass wir am nächsten Morgen zuversichtlich zur ersten wirklichen Prüfung gegen den Gütersloher SV antraten.

Swantje Minneken
Swantje Minneken, 11 Punkte an Brett 3

Doch auch dieser Mannschaftskampf wurde zu einem in dieser Form unerwarteten Rückschlag. Erwartungsgemäß konnte Katharina an Brett 4 nicht gegen ihre Gegnerin bestehen. Annikas zunächst gut geführte Partie versandete zusehends und mündete in ein Remis. Dramatisch wurde es diesmal an Brett 3. Bereits in der Eröffnung setzte Swantje ihre Gegenspielerin dermaßen unter Druck, dass deren Stellung förmlich zu explodieren drohte. Doch dann lockerte sie ihren Würgegriff, ließ die Gegnerin nach und nach ins Spiel kommen, sah zu, wie die Partie kippte und geriet tatsächlich noch unter die Räder – eine geradezu unmögliche Niederlage, die bereits den Verlust des Kampfes bedeutete. Und wie erging es Isabel? Die Katernbergerin spielte geradlinig, schnörkellos, tauschte zielstrebig Figuren ab, um dem isolierten Bauern ihrer Gegnerin die Unterstützung zu nehmen. Doch dabei übersah sie, dass sie im Übergang zum Endspiel ihrer Gegnerin die aktivere Stellung überließ, welche diese auch gleich zu einem Bauerngewinn nutzen konnte, der schließlich zum Partiegewinn genügte. Am Ende schlichen wir mit einer deftigen 5:1-Niederlage zum Mittagessen.

Katharina Krüger
Katharina Krüger, 7 Punkte an Brett 4

Danach war gleich die 4. Runde angesetzt. Unser Gegner, das noch sehr junge Team vom Düsseldorfer SV, ist sicherlich eine Mannschaft für die Zukunft. In diesem Jahr waren die Kleinen noch hoffnungslos überfordert. Der glatte 12:4-Sieg für Sterkrade brachte Katharinas ersten Punktedreier mit sich und versöhnte uns halbwegs mit diesem insgesamt durchwachsenen Tag.

Nach Runde 4 lagen wir damit bereits uneinholbar auf dem 3. Rang. Doch in der letzten Runde wollten wir wenigstens noch einmal die zweitplatzierte Mannschaft der SG Porz angreifen. Das ahnten die Porzerinnen und traten in Bestbesetzung an. Mit ihrem gestrigen Sieg im Rücken spielte Katharina lange gut mit, musste sich dann aber schließlich doch ihrer stärkeren Gegnerin beugen. Swantje hatte sich mental offenbar schon aus dem Turnier verabschiedet. Ausgerechnet in ihrer Lieblingseröffnung wickelte sie falsch ab und verlor dadurch früh einen Bauern, stellte im weiteren Verlauf durch reine Unachtsamkeit einen Läufer und schließlich nach leichtem Aufbegehren auch ihre Gegenwehr ein.

Annika Labuda
Annika Labuda, 12 Punkte an Brett 2

Annika, die bis dahin von allen die solideste Leistung abgeliefert hatte, fand kein wirkliches Druckmittel gegen ihre Gegnerin, wickelte in ein nachteiliges Endspiel ab, stellte ihre letzte Figur ein und ließ sich dann noch das Schachmatt zeigen. Isabels Gegnerin schlug mit der Abtauschvariante der Französischen Verteidigung von Beginn an remisliche Pfade ein, und obwohl Isabel permanent leichten Vorteil behaupten konnte, sah sie keinen Weg zum Gewinn und willigte ins Unentschieden ein. Auch dieser Kampf endete also mit einem schmerzhaften 5:11.

Das Fazit dieser Landesmeisterschaft hat deshalb auch insgesamt einen faden Beigeschmack. Zwar darf die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft im Dezember durchaus als Erfolg gewertet werden, aber der 3. Platz im Endklassement entspricht doch eher unserem Minimalziel. Gegen die beiden starken Teams aus Porz und Gütersloh wirkten wir bestenfalls harmlos. Und leider entsprachen auch die Einzelleistungen unserer Spielerinnen nicht ihrem wahren Leistungsvermögen. Für ein solches Turnier hätten wir uns natürlich gewünscht, dass die Mannschaft zu Höchstform aufläuft – aber vielleicht haben wir uns die für Dezember aufgespart.