Holpriger Auftaktsieg in der Kreisliga

Im Auftaktpiel der Kreisligasaison 2018/19 konnte unsere 2. Mannschaft mit Mühe und Not ihren ersten Sieg über Horst-Emscher einfahren. Einmal mehr waren es unsere Schachkids, die den Erfolg sicherten und 2,5 Punkte zum Endergebnis von 4,5:3,5 für Sterkrade-Nord beisteuerten.

Dabei fing der Mannschaftskampf alles andere als gut an. Bereits nach einer knappen halben Stunde musste Peter Segat an Brett 5 die Waffen strecken, nachdem er seine Dame eingestellt hatte. Doch die Führung der Horster währte nicht allzu lange. An Brett 2 nahm Manfred Langer seinem Gegenüber schon früh eine Figur ab, musste zwar dem folgenden Angriff standhalten, aber nutzte dann eine weitere Unachtsamkeit zu einem unabwendbaren Grundreihenmatt – der wichtige Ausgleich.

Derweil wurde es an Brett 7 interessant. Nachwuchs-Star Annika Labuda büßte im Eifer des Gefechts eine Qualität ein, erhielt dafür im Gegenzug jedoch einen nicht ungefährlich vorrückenden Freibauern. Auf wundersame Weise ergab sich für Annika unverhofft die Gelegenheit, ihren Gegner einzügig mattzusetzten – Annika übersah es großzügig. Der Druck auf den entblößten König war dann aber doch so groß, dass Annika ihm wenig später den Garaus machte.

An Brett 6 enstand eine dermaßen geschlossene Stellung mit ineinander verkeilten Bauern, dass nicht wirklich viel zu bewegen war. Zwar gelang es Joris Minneken, durch geschicktes Manövrieren einen Freibauern loszueisen, doch der konnte nach dem Tausch der verbliebenen Türme bequem durch den gegnerischen König blockiert werden – ein klares Remis und damit der Zwischenstand von 2,5:1,5 für die Nordler.

Unser zweites Mädchen im Team, Swantje Minneken, kam in ihrer Partie nicht recht von der Stelle. Sie wollte schon das Remisangebot ihres Gegners annehmen, wurde aber von Mannschaftsführer Marco Schwinning aufgefordert, die Partie fortzusetzen. Im Nachhinein muss man sagen: zum Glück. Mit einem Doppelangriff eroberte Swantje zunächst einen Springer und führte die Partie danach sicher zum Sieg.

Auch Herbert Bobovnik an Brett 4 lehnte das Remisangebot seines Gegners ab, allerdings nur, weil er es nicht gehört hatte. Er spielte die zunehmend komplizierter werdende Partie weiter und geriet schließlich in einen Abzugsangriff, der ihn die Dame kostete. Damit war trotz der Sterkrader Führung von 3,5:2,5 für beide Seiten noch alles drin.

Hartmut Geisel an Brett 3 erspielte sich wie so oft einen schönen Vorteil, ließ diverse Möglichkeiten zu einem schnellen Sieg aus und fand sich in einem Endspiel wieder, das zumindest nicht mehr ganz einfach war. Zur Freude aller wahrte er aber mit Bedacht seinen Vorteil und zwang den Gegner mit der drohenden Umwandlung seines Freibauern endlich zur Aufgabe. Dieser Sieg war zugleich der Matchpoint des Mannschaftskampfes, da Sterkrade-Nord nun uneinholbar mit 4,5:2,5 führte.

Am längsten dauerte die Partie an Brett 1. Dabei hatte sich Marco Schwinning durch einen Angriff am Königsflügel einen klaren Vorteil herausgespielt, der allemal zum Sieg reichen musste. Auch seine Entscheidung, von einem taktischen Schlagabtausch abzusehen und in ein vorteilhaftes Endspiel mit Mehrbauer und besserer Bauernstruktur überzuleiten, war durchaus richtig. Dass er dann allerdings in eine Springergabel lief, dadurch seinen Läufer verlor, die gegnerischen Bauern nicht mehr aufhalten konnte und schließlich die Partie aufgeben musste, hatte er so wohl nicht geplant – womöglich hätte eine Tasse Kaffee zur rechten Zeit das Schlimmste verhindert.

Aber Schwamm drüber. Der Endstand von 4,5:3,5 ist erfreulich genug. Kein glanzvoller Start, sondern eher ein holpriger Pflichtsieg, aber solche durchwachsenen Mannschaftskämpfe muss man eben auch mal gewinnen. Und vielleicht kommt im Lauf der Saison auch noch ein bisschen Glanz dazu.