Pokalheld Joris holt den halben Ehrenpunkt

Der diesjährige Viererpokal stand von vornherein unter keinem guten Stern. Da der Termin für unsere Spitzenspieler völlig ungünstig lag, mussten wir mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft antreten. Reinhard Gebauer, Mark Schocke, Marco Schwinning und der zwölfjährige Joris Minneken warfen sich gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner ins Gefecht.

Schwinning an Brett 4 gab in der Eröffnung einen Bauern, um mal gleich ein Ungleichgewicht zu schaffen und etwas Spiel zu bekommen. Als das nicht wirklich klappte und er einen weiteren Bauern zu verlieren drohte, entschied er sich dafür, seine Dame für einen Turm und zwei Bauern zu geben, um ein noch größeres Ungleichgewicht zu schaffen – leider zum Vorteil des Gegners, der die Stellung geduldig bis zum unvermeidlichen Ende ausspielte und trocken siegte.

Nur wenige Sekunden später warf auch schon Mark Schocke das Handtuch. Dabei hatte seine Stellung gar nicht so uninteressant ausgesehen: sehr komplex bei vollem Brett und leicht unterschiedlicher Figurenverteilung. Manchmal genügt aber schon eine Ungenauigkeit, um eine Partie in den Sand zu setzen.

Eine Ungenauigkeit muss es auch bei Reinhard gewesen sein, denn auf seinem Brett sah es lange Zeit sehr ausgeglichen und remisträchtig aus. Im Endspiel zahlte sich dann aber doch der deutliche Spielstärke-Unterschied für den Gegner aus. Schade, das hätte vielleicht schon ein halber Punkt sein können.

Den musste dann aber unser Junior einfahren. Trotz seines sehr passiven Aufbaus in der Königsindischen Verteidigung gelang es Joris immer wieder, die Angriffsversuche seines mehr als 400 DWZ-Punkte stärkeren Gegners abzuwehren, bis er sich schließlich in einem stark nach Remis riechenden Turmendspiel mit einem Minusbauern wiederfand. Ob er das nun richtig behandelte, sei mal dahingestellt, jedenfalls hatte sein Gegner nach 3,5 Stunden Spielzeit ein Einsehen und willigte ins Remis ein – immerhin eine kleine Sensation.

Gerne gönnen wir den Bottropern diesen deutlichen Sieg, nachdem sie zu Beginn der Saison bereits gegen unsere 2. und 3. Mannschaft unter die Räder gekommen waren. So gleicht sich am Ende alles irgendwie aus. Und trotz der herben 0,5-3,5-Schlappe hat zumindest einer von uns einen guten Grund zu feiern.