Souveräner Erfolg in der Kreisklasse

Parallel zum gemeinsamen Heimspiel der 1. und 2. Mannschaft, musste unsere 4. Mannschaft in der 3. Runde der Kreisklasse zum Auswärtsspiel beim SK Hervest-Dorsten antreten. Zwar konnte Mannschaftsführer Joris Minneken (Foto) nicht auf die bisher so erfolgreiche Stammformation zurückgreifen, doch auch mit Ersatz gelang ein souveräner Erfolg.

Auf dem Papier ist auch die 3. Mannschaft von Hervest-Dorsten stark besetzt und sollte eigentlich in der vorderen Tabellenregion rangieren. Allerdings traten die Dorstener bisher nie in Bestbesetzung an und finden sich nun folgerichtig am Tabellenende wieder – woran Sterkrade-Nord nicht ganz unschuldig ist.

Niclas Kausch zeigte zum ersten Mal in dieser Saison, warum er als Top-Talent gehandelt wird. Zwar spielte sein Gegner nicht auf höchstem Niveau und war etwas überfordert, aber Niclas spielte schnell und schnörkellos auf Gewinn und brachte die Nordler 1:0 in Führung.

An Brett 5 kam Neuzugang Alpaslan Türkboylari zu seinem ersten Einsatz. Den Mangel an Spielerfahrung merkte man ihm nicht an. Mit gutem Überblick und taktischer Finesse nutzte er die Fehler seines jugendlichen Gegners konsequent aus und führte seinen Angriff zu einem schönen Matt. 2:0 für Sterkrade-Nord.

Auch Friedhelm Fischer kam diesmal zu seinem ersten Einsatz. Als erfahrener Mannschaftsspieler lehnte er das frühe Remisangebot seines Gegners in ausgeglichener Stellung ab, erlaubte sich danach aber einige Ungenauigkeiten, die zu Bauernverlusten führten. Zwei Freibauern im Turmendspiel genügten dem Gegner schließlich zum Sieg.

Der Dorstener Anschlusstreffer zum 1:2 ließ bei den Gastgebern vielleicht noch einmal ein Hoffnungsfünkchen aufflackern, doch bei genauer Betrachtung waren die Stellungen an den ersten beiden Brettern aus Dorstener Sicht bestenfalls ausgeglichen – das hätte nicht gereicht, um den Kampf zu retten.

Joris Minneken entwickelt sich allmählich zum Führungsspieler. Am 1. Brett setzte er aus einer kompakten Stellung heraus immer wieder kleine Nadelstiche, um den Gegner zu reizen. Der verlor in einer spielentscheidenden Phase den Überblick und einen ganzen Läufer. Mit dem Mut der Verzweiflung griff er dennoch an, aber Joris ließ keine echte Gefahr für seinen König aufkommen, gewann weiteres Material und zwang den Gegner so zur Aufgabe.

Beim Stand von 3:1 für Sterkrade-Nord war der Kampf bereits entschieden, doch obwohl die Stellung an Brett 2 keineswegs gewinnversprechend war, lehnte ich das Remisangebot meines bis dahin gut spielenden Gegners ab. Stattdessen versuchte ich, mit zunehmendem Druck gegen seine positionellen Schwächen weitere Ungenauigkeiten zu provozieren. Schließlich lud sich die Stellung dabei auch taktisch auf, mein Gegner rechnete falsch und verlor im Getümmel einen Turm. Da das verbliebene Material ihm keine Perspektive mehr bot, gab er seine Partie zum Endstand von 4:1 für Sterkrade-Nord auf.

Nach dem dritten Sieg in Folge und in Anbetracht der souveränen Tabellenführung muss die 4. Mannschaft nun wohl doch die Favoritenrolle in der Kreisklasse akzeptieren. Vergessen wir aber nicht, dass noch sieben weitere Mannschaftskämpfe bis zum Saisonende zu bewältigen sind – der Rest der Liga wird uns mit Vergnügen jagen.