Nord 1 mit Auswärtssieg

Vorangestellt sei ein Lob an die geräumige, gemütlich eingerichtete und bereits weihnachtlich dekorierte Spielstätte – Altentagesstätte Rüttenscheid – unseres Gastgebers. In Oberhausen gibt es mindestens zwei Schachvereine, die von so etwas träumen.

Zum Spiel: Obwohl bei Sterkrade-Nord die ersten drei Bretter fehlten, also ersetzt werden mussten, konnten wir leicht favorisiert antreten. Der Rüttenscheider Mannschaft scheint nämlich das nominelle erste Brett (Bogdan Neaga, DWZ 1843) dauerhaft abhanden gekommen zu sein, und auch der starke Ersatzmann an Brett 8 (Rainer Scharenberg, DWZ 2072, 3 Siege aus 3 Partien) fehlte diesmal.

Nach 1 Stunde und 45 Minuten Spielzeit erhielt Manfred Langer bei fast vollem Brett und in noch nicht ausgekämpfter Stellung bereits ein Remis-Angebot, das wir vorsichtshalber annahmen. Den ersten Sieg nach sicherem Positionsspiel und steter Ausweitung des Raumvorteils konnte Reiner Bonatis nach drei Stunden Spieldauer melden.

Daraufhin stellte Reinhard Gebauer – nach Ablehnung eines vorhergehenden gegnerischen Remis-Angebotes – seine Gewinnversuche in einem Turmendspiel bei gleicher Zahl und Verteilung der Bauern ein und bot selbst Remis an, was der Gegner auch annahm. Acht Minuten später kam auch Günter Wachsmuth in einer wieder einmal Nerven raubenden Partie bei mehrmals wechseldem Stellungsvorteil zu einer Punkteteilung.

Fast gleichzeitig musste Kurt Spoden, der zeitweilig zwei Bauern mehr auf dem Brett hatte und deshalb ein Remis-Angebot des Gegners ablehnte, eine Niederlage hinnehmen, denn irgendwie hatte er in verwickelter Fortsetzung seine Dame gegen einen Turm eingetauscht.

Es verging eine weitere Viertelstunde, und Torsten Kohnert konnte seine von Beginn an angriffslustig geführte Partie in einen eindrucksvollen Sieg umwandeln. Den Punkt zum Mannschaftssieg holte Markus Labuda an Brett 1, der, die Möglichkeiten des Gegners systematisch einengend, das Spiel kontrollierte und die Stellung des Gegners so lange belagerte, bis dieser einen entscheidenden Fehler machen musste.

Neuzugang und Ersatzspieler Philipp Neugebauer erarbeitete sich an Brett 8 ebenfalls eine gute Stellung, die zwar keinen Einbruch in die gegnerische Festung erlaubte, aber nach vier Stunden Spielzeit in den sicheren Remis-Hafen hätte geführt werden können. Damit jedoch nicht zufrieden, unterließ er es, die Schwerfiguren abzutauschen, und fand sich plötzlich gefesselt und geknebelt in einer Position wieder, die zumindest einen Läufer hätte kosten können. Zum Glück nahm der Gegner sein gerade noch rechtzeitiges Remis-Angebot an.

Mit diesem letztlich verdienten 5:3-Erfolg kommt die Mannschaft dem Saisonziel Klassenerhalt ein großes Stück näher. Dazu reichen nun wahrscheinlich 2 weitere Punkte aus 5 Kämpfen, alles andere wäre dann eine Zugabe.

Auf dem Foto (v.l.): Manfred Langer, Markus Labuda, Günter Wachsmuth, Reiner Bonatis, Torsten Kohnert, Philipp Neugebauer, Reinhard Gebauer und Kurt Spoden.