Mit Ersatz zum Erfolg

Gleich drei Stammspieler mussten beim Heimspiel der 3. Mannschaft gegen die SG Gladbeck ersetzt werden – aber um es gleich vorwegzunehmen: dieser Umstand erwies sich keineswegs als Schwächung.

Für Sharlena Brock, Manfred Langer und Ulrich Broens sprangen Peter Segat, Joris Minneken und Marco Schwinning ein, die restlichen Spieler mussten aufrücken. So kam es, dass Annika Labuda (Foto) an Brett 2 spielte. Ohne mit der Wimper zu zucken, meisterte sie diese ungewohnte Aufgabe und überrollte ihren Gegner in gerade einmal einer Stunde Spielzeit zur 1:0-Führung für Sterkrade-Nord.

Wenig später einigte sich Swantje Minneken mit ihrem Gegner auf Remis. Zwar spielte sie durchgegend mit leichtem Vorteil, fand aber im Endspiel keinen Weg, um daraus etwas Greifbares zu machen – insofern ein gerechtes Ergebnis.

Ebenfalls unentschieden blieb die Partie von Hartmut Geisel, der nach verspieltem Vorteil kein Risiko eingehen wollte und stattdessen die Sterkrader Führung mit 2:1 festigte.

Joris Minneken, der sonst an Brett 1 der 4. Mannschaft sitzt, konnte heute an Brett 7 seine taktische Stärke ausspielen. Zwar versuchte sein Gegner, die Stellung eher geschlossen zu halten, verlor aber zunächst durch eigene Unachtsamkeit den ersten und kurz darauf durch eine sehenswerte Kombination von Joris einen zweiten Bauern. Die Einzelheiten des Endspiels wollte sich Joris‘ Gegner dann nicht mehr zeigen lassen.

Die 3:1-Führung blieb nicht allzu lange bestehen. Peter Segat, offiziell Ersatz, aber bisher fast immer im Einsatz, opferte früh einen Springer für zwei Bauern und einen Angriff, der leider schnell verpuffte. Danach lief Peter dem Materialrückstand hinterher, kam fast zurück in die Partie und erlag schließlich doch der aktiveren Stellung des Gegners. Gladbeck verkürzte auf 3:2.

Die zweite Leihgabe der 4. Mannschaft, Marco Schwinning, hatte es an Brett 8 mit einer starken Gegnerin zu tun und tat sich zunächst schwer – bis er seine eigene Lektion des Samstagstrainings in die Tat umsetzte und den a-Randbauern als zumeist unterschätzte Kampfeinheit (so das Traingsthema) vorstieß. Daraus ergab sich in längerer Sequenz ein günstiger Damentausch mit folgendem Qualitätsgewinn durch den katalanischen Läufer. Nachdem alle schwarzen Schachs und sonstige Drohungen abgewehrt waren, erwirkte am Ende tatsächlich der einsam vorgerückte weiße Bauer auf a6 den Sieg – gutes Training zahlt sich manchmal eben für den Trainer aus.

Beim Stand von 4:2 zögerte Mannschaftsführer Mark Schocke nicht lange, seinem Gegner in zumindest materiell vorteilhafter Stellung ein Remis anzubieten, und machte damit den Mannschaftssieg vorzeitig klar.

Altmeister Herbert Bobovnik lehnte an Brett 3 zunächst das Remisangebot seines Gegners ab – der Mehrbauer im Springerendspiel sollte noch zum Sieg reichen. Vielleicht hätte er es sogar getan, aber Herbert verzettelte sich völlig, stellte beinah seinen Springer ein, verlor zwei Bauern und konnte sich so gerade eben selber noch in ein Unentschieden retten.

Der Endstand von 5:3 zeugt von einer insgesamt souveränen Leistung der 3. Mannschaft und unterstreicht die taktische Finesse von Mannschaftsführer Mark Schocke, dem es gelang, trotz dreier Ausfälle ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen. Zwei Spieltage vor Saisonende mit (mindestens) vier Punkten Vorsprung ist den Nordlern der Sieg in der Kreisliga und damit der Aufstieg kaum noch zu nehmen.