Knapper Sieg im Derby

Am Sonntag kam es zu einem weiteren Lokalderby – diesmal empfing Sterkrade-Nord 3 die dritte Mannschaft des OSV 1887. Da beide Mannschaften nicht in Stammbesetzung antreten konnten, war der Ausgang des Matches nur schwer vorherzusagen.

Deshalb war es umso überraschender, dass unser Team bereits nach zweieinhalb Stunden Spielzeit klar mit 3:0 in Führung lag. An Brett 1 war es Steven Nowak früh gelungen, sich einen gedeckten Freibauern am Damenflügel zu verschaffen. Um diesen deutlichen Vorteil drehte sich in der Folge das Spiel, und Steven gelang es, mit einer gesunden Mischung aus Drohungen und vorteilhaftem Tausch den Gegner zu entscheidenden Fehlern bis hin zum Damenverlust zu zwingen. Reiner Bonatis profitierte an Brett 2 davon, dass sein Gegner im Verlauf eines recht ungestümen Königsangriffs die Sicherheit seiner Dame vergaß, die folgerichtig erobert wurde, wodurch sich die Fortsetzung der Partie erübrigte. Den dritten Sieg steuerte Swantje Minneken an Brett 6 bei, die trotz einiger kleiner Ungenauigkeiten ihren Gegner weitgehend kontrollierte, nach und nach den Druck verstärkte und schließlich mit einem sehenswerten Mattangriff den gegnerischen König niederstreckte.

Zu diesem Zeitpunkt hätte man den Kampf schon für entschieden halten können, zumal es zumindest an drei weiteren Brettern ganz gut aussah.

Dann verlor zunächst Torsten Kohnert an Brett 3. In einer Partie, bei der er mit Schwarz nie so richtig ins Spiel zu kommen schien, büßte er eine Qualität ein und haderte unter anderem mit einem quasi totgestellten Läufer, während der Gegner seine Schwerfiguren zu einem zwingenden Angriff mit weiterem Materialgewinn mobilisieren konnte. Annika Labudas Remis an Brett 7 muss man fast schon als glücklich bezeichnen. Sie verzettelte sich ein wenig mit ihrem Figurenspiel und verlor schließlich einen Bauern. Da ihr Gegner jedoch keinen Weg fand, seinen Vorteil zu nutzen, oder gar nicht ernsthaft auf Sieg spielte, ging die Punkteteilung am Ende in Ordnung.

An den Brettern 4 und 5 war die Lage zu diesem Zeitpunkt nicht ganz klar – auch hier schien es eine gewisse Remisbreite zu geben. Letztlich war es wohl eine Unachtsamkeit, die dazu führte, dass Sharlena Bröck ihre Partie verlor und damit ihre erste Niederlage seit langem kassierte. Währenddessen konnte Julia Walker in ein Endspiel mit Läufer und vier Bauern gegen Turm und zwei Bauern abwickeln, was auf den ersten Blick gut aussah, aber objektiv wohl nicht zum Sieg reichte. Nach kurzem Blick auf Brett 7, wo noch eine Partie lief, willigte Julia ins Remis ein, zum Zwischenstand von 4:3 für Sterkrade.

An Brett 8 mühte sich Philipp Neugebauer (Foto) redlich, eine mehr oder weniger festgefahrene Partie doch noch zum Sieg zu zwingen. Erst versuchte er es mit einer langen Springerwanderung, danach mit einer langen Königswanderung, aber Philipps erfahrener Gegner weigerte sich, die Tür zu öffnen. Um mit Gewalt einzudringen, hätte man wahrscheinlich ein höheres Risiko eingehen müssen, doch das war angesichts des winkenden Mannschaftssiegs nicht nötig. Man einigte sich am Brett auf Remis, und so endete der Mannschaftskampf denkbar knapp mit 4,5:3,5 für unsere 3. Mannschaft.