Erfolg im Derby

In der nachgeholten 2. Runde der Bezirksklasse kam es zur Begegnung unserer 4. Mannschaft mit dem Lokalrivalen OSV 4. Beide Mannschaften konnten vollzählig antreten – was längst nicht mehr selbstverständlich ist. Dabei mussten wir zwar auf einige Stammspieler verzichten, hatten aber doch ein schlagkräftiges Team zusammen.

Und das zeigte sich sehr schnell. Nach knapp einer Stunde konnte Ursel Kosslowski bei ihrem ersten Einsatz gleich einen vollen Punkt einfahren, da ihr noch jugendlicher Gegner sie zu keinem Zeitpunkt vor Probleme stellte. Am Brett daneben sah es für Herbert Bobovnik ebenfalls sehr gut aus – bis er sich von seinem ebenfalls jungen Gegenüber ohne Not in die Defensive drängen ließ und sogar mitten im Spiel in ein Matt hineinlief. Zum Glück bewies unser jugendlicher Ersatzspieler Eric Tewes einen starken Siegeswillen. Er nutzte die Fehler seines erfahrenen Gegners aus, lehnte selbstbewusst ein Remisangebot ab und brachte Nord 4 in Führung.

An Brett 5 kontrollierte Peter Segat das Geschehen. Schon früh knöpfte er seinem Gegenspieler eine Figur ab und brachte die Partie souverän zu einem siegreichen Ende – nicht umsonst schwimmt er seit einiger Zeit auf einer kleinen Erfolgswelle. Damit war der Kampf an den unteren vier Brettern bereits beendet, mit dem erfreulichen Zwischenstand von 3:1 für Sterkrade-Nord.

Die oberen vier Bretter waren da schon etwas härter umkämpft. Insbesondere an Brett 1 hatte sich nach wenigen Zügen eine völlig unklare Position ergeben – aber dazu später mehr. An Brett 2 konnte ich mir mit Weiß eine bequeme  Stellung aufbauen. Als ich noch überlegte, wie ich nun daraus einen Angriff entwickeln könnte, leitete mein Gegner mit einem etwas optimistischen Bauernvorstoß den Anfang vom Ende ein. Ich gewann zunächst einen Bauern, wenig später eine Figur, und als sich im Damenendspiel mit Mehrfigur abzeichnete, dass mein Freibauer ohne Widerstand zur Umwandlung durchmarschieren würde, endete die Partie abrupt, aber keineswegs zu früh durch Aufgabe.

Die 4:1-Führung gab uns durchaus ein sicheres Gefühl, zumal sich an den Brettern 3 und 4 eine gewisse Remis-Tendenz abzeichnete. Uli Broens und Erhard Gosch spielten gegen die Oberhausener Verteidigungskünstler Hirtz und Klesse und bissen regelrecht auf Granit. Trotzdem war es im Sinne unserer Mannschaft, dass schließlich an beiden Brettern die Friedenspfeife geraucht wurde, da somit der Kampf beim Stand von 5:2 bereits für uns gewonnen war.

Bleibt noch die merkwürdige Partie an Brett 1. Hier kam erstmals Dirk Ratzkowski zum Einsatz und ließ sich gleich zu einer Springerwanderung mit Turmgewinn provozieren, was wiederum dazu führte, dass sein eigener König quasi mitten auf dem Brett im Kreuzfeuer der gegnerischen Figuren landete. Um ehrlich zu sein, beschlich mich da ein leicht mulmiges Gefühl, aber Dirk schaffte es tatsächlich, den König halbwegs sicher abzustellen und langsam den Entwicklungsrückstand aufzuholen. Apropos langsam. Der Zeitverbrauch beider Spieler war – gemessen an der Anzahl der Züge – enorm. Als Dirk dann endlich am Drücker war und seinen materiellen Vorteil ausspielen wollte, unterlief ihm im Eifer des Gefechts ein kapitaler Bock. Er übersah eine Springergabel, büßte seinen Vorteil komplett ein und hätte sich mit einem Remis zufriedengeben müssen – wenn nicht plötzlich die Zeit seines Gegenspielers abgelaufen wäre. Ein kurioser Partieverlauf, der den Endstand des Manschaftskampfes auf 6:2 für die Nordler erhöhte.

Der zweite Sieg in Folge bringt uns ganz unerwartet den 2. Tabellenplatz ein. Allerdings folgt bereits in zwei Wochen das Auswärtsspiel in Kirchhellen. Da wird es dann wieder richtig schwer.

Übersicht Bezirksklasse