Nord 4 ohne Glück

In der 5. Runde der Bezirksklasse verpassten uns die starken Kirchhellener einen kleinen Dämpfer. Mit dem deutlichen 2:6 verkaufte sich unsere 4. Mannschaft zwar etwas unter Wert, allerdings entsprach die klare Niederlage den tatsächlichen Kräfteverhältnissen.

Ohne unser nominelles Brett 1 hätten wir gegen die erfahrenen Gegner zumindest ein bisschen Glück gebraucht, um den Kampf etwas ausgeglichener gestalten zu können – doch das war uns diesmal nicht vergönnt.

Rudi Cordsen
Als einziger siegreich: Rudi Cordsen

Dabei startete der Kampf recht erfreulich. Nach knapp anderthalb Stunden Spielzeit brachte Rudi Cordsen als erwartet starker Ersatz an Brett 8 unser Team mit 1:0 in Führung. Auch an den anderen Brettern gab es zunächst positive Tendenzen zu vermelden. Peter Segat erspielte sich mit dem Schwung seiner jüngsten Erfolge eine aktive Stellung, Erhard Gosch setzte seinen Gegner unter Druck, Joris Minneken, der an Brett 1 aufgerückt war, stand solide, und Herbert Bobovnik konnte in undurchsichtiger Stellung seinem Gegner ein frühes Remis abtrotzen.

Doch dann kippte der Mannschaftskampf komplett. Peter wurde der Wind aus den Segeln genommen, und auf wundersame Weise stolperte sein König mitten auf dem noch vollen Brett ins Matt. Ich selbst versäumte in einer geschlossenen Stellung, einen gegnerischen Läufer abzutauschen, der dann plötzlich als zusätzliche Angriffsfigur am Damenflügel auftauchte, wo meine Stellung unter dem Druck zerbrach. Uli Broens, der eigentlich eine sichere Partie spielte, scheiterte leider an der Zeitkontrolle. Und so stand es bereits 3,5:1,5 für Kirchhellen.

Ganz hoffnungslos war es da noch nicht, aber die Aussichten wurden deutlich trüber, zumal nur noch drei Spiele liefen. An Brett 1 ließ Joris einen gegnerischen Angriff am Königsflügel zu und sah plötzlich drei starke Freibauern auf sich zulaufen, gegen die auch seine Mehrfigur schließlich nichts mehr ausrichten konnte. Damit war der Kampf bereits verloren. Erhard ließ derweil einen gegnerischen Freibauern zu weit vorlaufen, und anstatt seinen eigenen starken Freibauern voranzutreiben, verstrickte er sich in Verteidigungszüge, die erst zum Figurenverlust und dann sogar noch zum Matt führten. Manfred Langer sah keine Notwendigkeit mehr, seine leicht vorteilhafte Stellung auf Sieg weiterzuspielen, und nahm das Remisangebot seines Gegners an.

Der Endstand von 2:6 aus unserer Sicht ist natürlich bitter, geht aber insgesamt in Ordnung. Kirchhellen 2 war an diesem Tag die bessere Mannschaft. Immerhin gab es auch einen kleinen Lichtblick. Unsere drei Senioren Manfred, Herbert und Rudi haben als einzige Punktlieferanten bewiesen, dass sie noch längst nicht zu alten Eisen gehören, sondern als Mannschaftsspieler unverzichtbar sind. Außerdem sind wir nach zwei Siegen und zwei Niederlagen noch immer auf dem 2. Rang der Bezirksklasse, wo es in dieser Saison so kurios zugeht, dass anscheinend jede Mannschaft jede andere schlagen kann und umgekehrt.

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